„Digitalisierung ist Teil unserer Technik“

 Martin Brümmerstädt ist seit über 25 Jahren bei Bürkle tätig. Seit 2014 verantwortet er den Bereich Spritzlackieren, den er mitentwickelt und technologisch geprägt hat.
Martin Brümmerstädt ist seit über 25 Jahren bei Bürkle tätig. Seit 2014 verantwortet er den Bereich Spritzlackieren, den er mitentwickelt und technologisch geprägt hat.Bild: Robert Bürkle GmbH

Herr Brümmerstädt, für welche Kunden ist das Spritzlackierportfolio von Bürkle gedacht?

Martin Brümmerstädt: Unsere Lösungen richten sich an viele Kunden – vom kleinen Schreinerbetrieb bis zur industriellen Serienfertigung. Wir bieten nicht eine Standardmaschine für alle, sondern skalierbare Systeme. Sie sind auf die jeweiligen Anforderungen zugeschnitten. Das kann eine kompakte Lösung sein für wechselnde Kleinserien oder für eine vollautomatisierte Anlage mit hohen Taktzahlen und Qualitätssicherung. Grundsätzlich bieten wir drei Typen: Die Robuseco als Einstieg für kleine und mittlere Betriebe, die Robuspro für mittlere Kapazitäten und die Robuspro SCPR für Industriekunden mit großen Volumen. Jeder Typ lässt sich modular erweitern, kombinieren und anpassen.

 Mit den drei Farbkreisläufen von Robuseco können Anwender schnell verschiedene Beschichtungsmedien wechseln.
Mit den drei Farbkreisläufen von Robuseco können Anwender schnell verschiedene Beschichtungsmedien wechseln.Bild: Robert Bürkle GmbH

Wie sieht das praktisch aus? Wie grenzen sich die Modelle in der Anwendung ab?

Ein klassischer Schreiner lackiert Möbelteile oder Tischplatten und braucht vor allem Flexibilität: schnelle Farbwechsel, einfache Bedienung, zuverlässige Qualität. Dafür ist Robuseco gemacht. Sie ist kompakt, wirtschaftlich und geeignet für Einzelstücke bis kleine Serien. Ist später mehr Durchsatz oder Automatisierung gefragt, kann der Schreiner sie erweitern. Große Produzenten dagegen brauchen hohe Taktzahlen und gleichbleibende Qualität. Für sie ist SCPR die richtige Wahl. Sie arbeitet mit rotierendem Applikationssystem und arbeitet schnell und wiederholgenau. Hier geht es darum, täglich hunderte oder tausende Werkstücke zu lackieren – und das mit wenig Ausschuss. Dafür arbeitet sie unter anderem mit optimierten Luftströmen und unserer patentierten Lackrückgewinnung. So verbraucht sie wenig Material. Die Robuspro liegt zwischen diesen Modellen.

 Mit Automatisierung erweitert Bürkle Robuseco flexibel zu Spritzlackiersystemen, die von nur einer Person bedient werden können.
Mit Automatisierung erweitert Bürkle Robuseco flexibel zu Spritzlackiersystemen, die von nur einer Person bedient werden können.Bild: Robert Bürkle GmbH

Neben den Spritzlackiermaschinen bietet Bürkle auch ein Trocknungsportfolio. Kunden haben auch hier mehrere Optionen für ihre Produktion. Wie sieht das aus?

Oft denkt man beim Lackieren zuerst an den Auftrag. Aber die Trocknung entscheidet mindestens genauso über das Ergebnis. Eine perfekte Oberfläche hängt davon ab, wie gut und wie gleichmäßig der Lack durchgetrocknet ist. Hier gibt es keine Lösung für alles. Denn die Ansprüche sind sehr unterschiedlich, je nachdem, ob man mit wasserbasierten Lacken oder mit Lösemittellacken arbeitet. Für uns ist die Trocknung daher immer Bestandteil der Gesamtanlage. Darum umfasst unser Portfolio mehrere Module: Konvektions- und Infrarottrockner, UV-Härtungseinheiten, Mehretagen-Trockner. Wir passen die Trocknung an das Produkt und an den Lack an. Es macht nämlich einen Unterschied, ob ich ein leicht saugendes MDF-Element lackiere oder eine Hochglanzfront aus Vollholz. Auf der diesjährigen Ligna haben wir z.B. eine neue UV-LED-Technik ausgestellt. Sie trocknet besonders energiesparend.

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