
In Herrenberg bei Stuttgart baut Kaupp + Diether Möbel, Ladeneinrichtungen und Innenausbauten – mit handwerklicher Erfahrung und technischer Genauigkeit. Der Familienbetrieb verbindet Tradition mit Technik, und das nicht nur im Produkt, sondern auch in der Fertigung. Als die alte Absaug- und Heiztechnik an ihre Grenzen stieß, stand eine umfassende Erneuerung an. Herzstück der Modernisierung: eine Filter- und Späneanlage von Höcker. Mit ihr läuft die Produktion nicht nur effizienter und nachhaltiger – sie ist auch flexibler und sicherer.
40.000 Kubikmeter Luft in der Stunde
Das alte Silo war nicht mehr sicher genug für heutige Anforderungen. Auch die händische Beschickung der Heizanlage war nicht mehr tragbar. So bot sich die Gelegenheit, gleich das gesamte Späne- und Luftmanagement neu zu denken. Gemeinsam mit dem Maschinenhändler Kittel und dem Höcker-Projektleiter Eugen Schmidt entstand ein maßgeschneidertes Konzept. Kernstück ist eine Filteranlage der neusten Generation: ein Multistar-System mit Jet-Abreinigung, ergänzt durch zwei 30kW-Reinluftventilatoren. Sie bewegen stündlich bis zu 40.000 Kubikmeter Luft. Rund 250 Meter Absaug- und etwa zehn Meter Rückluftleitung sorgen dafür, dass alle Maschinen gleichzeitig laufen können.

Drucklos ins Silo
Mittelpunkt der technischen Ausstattung ist das integrierte Rührwerk mit Zwischenpuffer. Es steuert die Späneaustragung effizient und bedarfsabhängig. Ein per Ringleitung angeschlossener Zyklon bringt die Späne drucklos ins neue Silo – sauber, sicher, automatisch. Die Rückluftleitung ist mit einer Sommer-Winter-Umschaltung ausgestattet. So bleibt es warm im Gebäude, auch wenn es draußen kalt ist. Eine SPS-Steuerung mit Anzeige und Frequenzumrichtern hält die Kontrolle aller Prozesse und macht sich anpassbar.

Einbau im laufenden Betrieb
Der Einbau dauerte nur vier Wochen – während des laufenden Betriebs. Dafür war eine genaue Abstimmung nötig: zwischen Fundamentbauer, Silo-Lieferant und Installateuren. Zugleich war viel Flexibilität gefragt. Damit Kaupp + Diether vorzeitig mit dem neuen Silo starten konnte, installierte man für den Übergang ein Provisorium, das die Befüllung während der Bauzeit erlaubte. Trotz engem Zeitplan und laufendem Betrieb lief alles planmäßig. Für Projektleiter Schmidt war die Vorbereitung der Schlüssel zum Erfolg: „Wir haben früh die Wünsche aller Beteiligten gebündelt und in einem Ablaufplan festgehalten. Die Zusammenarbeit und der Austausch mit Kaupp + Diether waren entscheidend.“ Dabei ist der Einsatz des Multistar-Filters für Höcker eine Premiere: Noch nie lief diese Anlage in der Holzbranche.


















