Welche dieser Punkte haben Sie mit Ihren Mitarbeitern am Standort Schweiz umgesetzt?
Beutler: Bei uns gibt’s kein Papier mehr. Das, was bei uns als Papier ankommt, z.B. Rechnungen, wird eingescannt und wird damit zu Daten. Der Vorteil ist konkret. Alle Mitarbeiter können auf ihre Daten direkt zugreifen. Keine Papierlogistik mehr, das Suchen ist einfach und der Zugriff kann autorisiert von überall erfolgen. Denken Sie z.B. an den Servicetechniker, der die gesamte Dokumentation über die Lebenszeit der Maschine beim Kunden einsehen, die Ersatzteilbestellung an Ort und Stelle auslösen und seine Arbeiten direkt dokumentieren kann. Und dem Auftraggeber gleich eine E-Mail sendet, welche Arbeiten er durchgeführt und welche Teile er getauscht hat. Und wir können direkt eine Rechnung generieren.
Hat die Einführung Probleme bereitet?
Beutler: Bis auf die üblichen Kleinigkeiten ging das ziemlich reibungslos. Wir haben während des gesamten Prozesses kontinuierlich mit unseren Mitarbeitern kommuniziert und ihnen aufgezeigt, welche Vorteile diese Lösung für sie persönlich bedeutet.
Was bietet Weinig Holz-Her den Kunden im Bereich Digitalisierung an?
Beutler: Alle unsere aktuellen Maschinen sind natürlich vernetzbar und verfügen über eine intuitive Bedienung. Wir gestalten die Maschinen für die Datenerfassung transparent und bieten umfangreiche Schnittstellen, um auch ältere Maschinen oder Anlagen, die nicht aus unserem Hause sind, einzubinden. Mit unserer App Suite bieten wir unseren Kunden weitreichende Möglichkeiten, die Maschinen optimal zu betreiben und die generierten Daten und Analysen zur Verbesserung der Produktivität zu nutzen. Daneben gibt’s aber immer auch die persönliche Beratung.
Wie verstehen Sie sich: als Maschinenhersteller oder als Berater?
Beutler: Nur ein kleiner Teil unserer heutigen Kunden ist so sehr in der digitalen Welt zu Hause, dass sie konkrete Anforderungen formulieren können. Wir versuchen gemeinsam mit ihnen herauszufinden, wie ihr aktueller Stand ist und welche Schritte sich als nächstes wirklich lohnen. Denn Automatisierung kann man sehr wohl auch übertreiben. Eine 100% Automatisierung ist immer zu teuer. Deshalb sollte man sich immer die Frage stellen, ob das mein Mitarbeiter mit dem Akkuschrauber nicht schneller erledigen kann. Der ist intelligent und handwerklich gut ausgebildet. Der braucht keine KI, der nutzt seinen eigenen Verstand. Was ich damit sagen will: reden Sie mit uns und verstehen Digitalisierung als einen Weg und nicht als das Ziel. Auf diesem Weg bekommen wir immer neue Anregungen, die sich auch schnell, mit wenigen Mitteln umsetzen lassen und damit dem Unternehmen Mehrwert generieren.
Herr Beutler, danke für das Gespräch. Wir wünschen Ihnen viele erfolgreiche Gespräche mit Ihren Kunden zum beiderseitigen Nutzen. (rei)

















