Metall, Holz, Automatisierung

Auch das Tor besteht komplett aus Holz. Technisch wie optisch auffällig: Jeder der beiden Flügel ist 400 Quadratmeter groß, wiegt 72 Tonnen und lässt sich auf Knopfdruck öffnen. Inperfektion-Projektleiter Niklas Soesters erinnert sich: „Die Architekten lieferten die Entwürfe für die Flügel, aber keine Vorgaben für den Antrieb.“ Das Unternehmen setzte den Antrieb um, plante die Schaltanlage und übernahm die Verkabelung. Man entwickelt Fahrwerke, die pro Torflügel etwa 120 Tonnen tragen können. Jeder Flügel ruht auf einem solchen Fahrwerk – und auf einem Drehpunkt am seitlichen Ende des Hangars. Dieser Drehzapfen ist in ein 36 Quadratmeter großes Fundament eingelassen. Die zwölf Meter langen Kastenträger nehmen mögliche Kippmomente auf.

Gewappnet gegen Wind und Schnee

Dieser Antrieb erfordert Genauigkeit und Leistung. Inperfektion nutzte dafür eine Motor-Getriebe-Kombination von SEW. „Man muss nicht bei jedem Projekt für den Antrieb auch Wind und Schnee berechnen“, erläutert Frank Peifer, Vetriebsingenieur Automatisierungstechnik im Technischen Büro von SEW. „Daher war eine Abstimmung mit Inperfektion und den Architekten wichtig.“ Die Antriebe sind so ausgelegt, dass die Tore selbst bei Windstärke fünf problemlos öffnen und schließen – also Böen von etwa 30 Kilometern pro Stunde. Die maximale Zugkraft liegt dafür bei 80 Kilonewton je Torflügel.

Kleines Getriebe mit hohem Drehmoment

Für den Antrieb sorgen vier Motoren, die je 15 Kilowatt leisten. Je zwei von ihnen steuert ein 30-Kilowatt-Umrichter Movidrive an, der über Profinet mit der Steuerung verbunden ist. Um die Torflügel auch bei starkem Wind sicher zu bewegen, benötigt jedes Getriebe am Abtrieb ein Drehmoment bis 22 Kilonewtonmeter. „Wir mussten ein kompaktes Getriebe finden, das ein hohes Nenndrehmoment hat“, erklärt Frank Kleta, bei SEW zuständig für den Vertrieb von Industriegetriebe-Systemen. „Deshalb haben wir uns für Planetengetriebe der P2-Baureihe entschieden.“ Diese Lösung und das vorgeschaltete Kegelstirn-Radgetriebe eignen sich dort, wo niedrige Abtriebs-Drehzahlen bei hohen Drehmomenten gefragt sind. Weil das Vorschaltgetriebe direkt angebaut ist, entfallen sperrige und teure Komponenten wie Kupplungen, Zwischenflansche und Adapterglocken.

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